Eat the World – kulinarische Entdeckungsreise

„Eat the World“ bietet kulinarische Touren in zahlreichen Städten Deutschlands und aktuell auch in Wien. Aufgrund der Größe Berlins sind die Touren hier auf mehrere Bezirke verteilt. Ich habe mich für die Tour durch Neukölln entschieden. Das fiel mir übrigens ganz leicht, da es die einzige war, die auch für Veganer geeignet ist. Eigentlich seltsam in der heutigen Zeit und vor allem für Berlin. Ich kann schon mal so viel verraten, es hat sich gelohnt.

Generell handelt es sich bei den besuchten Partnerbetrieben um ausgewählte, kleine Anbieter von kulinarischen Spezialitäten abseits des Mainstreams und großer Ketten. Und obwohl ich mittlerweile fast 13 Jahre in Berlin lebe, gab es auch für mich auf der Eat the World Tour noch ganz viel Neues zu entdecken.

Es kann los gehen

Unser Treffpunkt war ein altes Kioskhäuschen mitten am Richardplatz, das heute als Imbiss dient. Falls du die Gegend nicht kennst, der Platz bildet das Zentrum von Rixdorf, einem Teil von Neukölln der sehr dörflich anmutet. Alljährlich am zweiten Adventwochenende findet hier übrigens ein sehr schöner Weihnachtsmarkt statt.

Die Eat the World Touren beschränken sich nicht auf kulinarische Entdeckungen, du bekommst auch jede Menge historische und kulturelle Informationen. So haben wir zum Beispiel erfahren, dass es einst Böhmisch-Rixdorf und Deutsch-Rixdorf gab. Im böhmischen Teil waren Glaubensflüchtlinge angesiedelt worden.

Die Stationen der Eat the World Tour durch Neukölln

Insgesamt stehen in Neukölln 10 sorgfältig ausgewählte Partnerbetriebe zur Verfügung. Davon haben wir auf unserer 3-stündigen Tour 6 besucht. Mehr ist aus zeitlichen Gründen nicht möglich. Jeder ist eingeladen, die restlichen Orte auf eigene Faust zu erkunden.

Königliche Backstube

Königliche Backstube Brot

Brotauswahl

In einer Seitenstraße des Richard Platzes, der Zwiestädter Straße, liegt unsere erste Station der Eat the World Tour durch Neukölln, die königliche Backstube. Produktion und Verkauf sind hier in einem Raum vereint. Dadurch kannst du hautnah miterleben, wie das Brot und Gebäck hergestellt wird. Zur Verkostung gab es Focaccia mit Rosmarin, Sesam-Vollkorn- und Rosinenbrot. Die Zutaten sind alle in Bio-Qualität und werden möglichst regional bezogen. Durch die lange Teigführung und das langsame Backen werden die Brote besonders bekömmlich.

Obwohl die königliche Backstube ziemlich klein ist, finden hier immer wieder Kulturveranstaltungen wie Ausstellungen statt.

Königliche Backstube

Adresse: Zweistädter Straße 10, 12055 Berlin
Öffnungszeiten: Mo – Fr, 9:00 – 19:00h // Sa, 8:00 – 14:00h
Telefon: +49 (0)30 80 93 58 88

Zuckerbaby – Café & Deli

Zuckerbaby Miniguglhupf

Zuckerbaby Miniguglhupf

In der gleichen Straße wie die königliche Backstube an der Ecke Richardplatz befindet sich das Zuckerbaby. Es wird von zwei Schwestern betrieben, die aus einer deutsch-amerikanischen Familie kommen. Sie ließen ihre Wurzeln in das Konzept einfließen, was sich schon am Namen zeigt. Die zwei Schwestern bieten in ihrem herzigen Café aber vor allem diverse Leckereien aus beiden Kulturen an. Wir durften hier einen Miniguglhupf und vegane Sahne mit Früchten verkosten.

Sobald du das Café betrittst, stehst du direkt an der Theke. Gleich rechts daneben schließt die Kuchenvitrine an, die einem sofort ins Auge fällt. Du findest hier auch Zeitungen und Bücher. Wenn du rechts weiter gehst, kommst du in den geräumigen Gastraum, aber auch draußen vor dem Café stehen einige Tische für die Gäste bereit.

Zuckerbaby

Adresse: Richardplatz 31, 12055 Berlin
Öffnungszeiten: Mo – So, 10:00 – 20:00h
Telefon: +49 (0)30 85 74 02 73

Pêle-Mêle

Alt-Rixdorf - Eat the World

Alt-Rixdorf

Bevor wir zur nächsten Station unserer Eat the World Tour gelangten, haben wir einen etwas längeren Spaziergang gemacht. Es ging über den Richardplatz zur alten Schmiede und von dort durch ein Gartentor vorbei an wunderschönen, alten Häuschen und durch einen kleinen Park. Schließlich gelangten wir auf die Richardstraße, die das Rückgrat des Kiezes bildet. Dabei haben wir viel gesehen und durften einiges über die Gegend erfahren.

Pêle-Mêle asiatischer Nudelsalat - Eat the World Tour

Asiatischer Nudelsalat

Pêle-Mêle gelbe Linsensuppe

Gelbe Linsensuppe

Im Pêle-Mêle, was so viel heißt wie buntes Durch-einander bzw. Mischmasch, haben wir gleich zwei Kostproben bekommen. Zuerst einen asiatischen Nudelsalat mit Erdnüssen und danach eine gelbe Linsensuppe. Das Pêle-Mêle ist übrigens ein rein veganes Lokal und bietet eine große Auswahl an Frühstücken, Kuchen und anderen Speisen an. Es ist sehr bekannt für seinen Sonntagsbrunch. Alle Zutaten sind nach Möglichkeit bio, regional und Fairtrade. Es gehört zu den zwei Orten, die ich schon kannte.

Hier kann man übrigens auch seinen Laptop mitbringen und arbeiten. Im Pêle-Mêle gibt es einen separaten Co-working Bereich.

Pêle-Mêle

Adresse: Innstraße 26, 12043 Berlin
Öffnungszeiten: Mo – So, 10:00 – 19:00h
Telefon: +49 (0)30 36 46 75 23

OS‘ Kitchen

OS' kitchen - Falafel, Balsamico-Hummus

Falafel, Balsamico-Hummus

Jetzt kommt ein eigentlich typisches Neuköllner Restaurant dran. OS‘ Kitchen serviert arabische Küche und wer Neukölln kennt, weiß, dass es hier einen großen arabischen Bevölkerungsteil gibt. Eigentlich deshalb, weil sich OS‘ Kitchen von den typisch arabischen Lokalen abhebt. Die Einrichtung ist sehr modern und stylish.

Unsere Kostprobe hier bestand aus zweierlei Falafel. Mir hat die Variante mit Balsamico-Hummus besonders gut geschmeckt. Hervorragende Falafel sind nicht so leicht zu bekommen. Jene von OS‘ Kitchen kann ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

OS‘ Kitchen

Adresse: Anzengruberstraße 20, 12043 Berlin
Öffnungszeiten: Di – So, 11:00 – 23:30h
Telefon: +49 (0)30 23 90 00 58

Prachtwerk

Prachtwerk Kuchenauswahl

Prachtwerk Kuchen

Unsere vorletzte Station ist eine kulturelle Institution in Neukölln. Das Prachtwerk mit seinem extrem hohen Hauptraum dient abends sehr häufig als Konzertsaal. Tagsüber lässt es sich hier gut essen, Kaffee trinken und auch arbeiten. Das Prachtwerk ist gut als Co-working Café geeignet. Zahlreiche Steckdosen ermöglichen das Aufladen von Laptop und Handy. Es ist übrigens das zweite Lokal auf der Tour, das ich bereits kannte.

Im Keller sind die Räume wesentlich niedriger, es geht hier aber auch sehr kulturell zu. An den Wänden findest du zahlreiche Bilder und ein Raum dient gänzlich als Galerie. Es gibt dort aber auch gemütliche Sitzgelegenheiten.

Die Kostproben im Prachtwerk waren wieder auf der süßen Seite. Es gab zwei verschiedene Kuchen, unter anderem einen veganen Schokokuchen mit Erdnusscreme.

Prachtwerk

Adresse: Ganghoferstr. 2, 12043 Berlin
Öffnungszeiten: So – Di, 11:00 – 23:00h // Mi, 11:00 – 24:00h // Do, 11:00 – 1:00h // Fr & Sa, 11:00 – 2:00h
Telefon: +49 (0)176 61474750

CocoLiebe

CocoLiebe libanesische Pizza

Libanesische Pizza

Coco Liebe Sushi Burger

Sushi Burger

Nach einem kurzen Abstecher zum Neuköllner Stadtbad, das ein architek-tonisches Meisterwerk ist, ging es zur letzten Station unserer kulinarischen Reise. Das CocoLiebe ist im Grunde ein libanesisches Restaurant und Café. Im Zentrum steht die libanesische Art der Pizza, die du hier mit verschiedenen Belägen von Fleisch bis vegan bekommst. Unsere Kostprobe der Pizza, deren Teig eher in Richtung Fladenbrot geht, war vegetarisch. Für die Veganer gab es den Sushi-Burger, der mich sehr stark an Onigiri erinnert hat.

Im CocoLiebe wurden wir besonders herzlich empfangen. Die Einrichtung ist sehr gemütlich und die 20er/30er Jahre Musik machte die Entspannung vollkommen. Am liebsten wären wir nicht mehr aufgestanden.

CocoLiebe

Adresse: Richardstraße 107, 12043 Berlin
Öffnungszeiten: Mo – Fr, 15:00 – 23:00h // Sa, 10:00 – 23:00h // So, 10:00 – 21:00h
Telefon: +49 (0)30 23 58 13 36

Fazit – Eat the World Neukölln

Selbst für alteingesessene Berliner ist die kulinarisch-kulturelle Tour durch Neukölln voll von Überraschungen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist meiner Meinung gut. Für 33 Euro bekommst du eine Vielzahl von Kostproben und parallel dazu eine Stadtführung mit interessanten Details und vielen Überraschungen. Die Gruppengröße ist auf 15 Personen beschränkt, was das ganze überschaubar macht. Es gibt kein Gehetze und auf Fragen wurde immer gerne eingegangen.

Ich hoffe, dass es in Zukunft mehr Touren geben wird, die für Veganer geeignet sind.

Infos – Eat the World

Du willst an einer Eat the World Tour teilnehmen? Hier findest du den Link zur Homepage und ein paar Infos.

www.eat-the-world.com

Wo: Touren finden in rund 50 Städten in Deutschland statt, von A wie Aachen bis W wie Würzburg.

Dauer: ca. 3 Stunden

Was: Kostproben in allen besuchten Betrieben und jede Menge Infos drum herum.

Kosten: Touren in Berlin gibt’s ab 33 Euro.

Zu guter Letzt

Ich möchte mich bei meinen lieben ehemaligen Kolleginnen und Kollegen bedanken. Sie haben mir diese Tour ermöglicht. Einerseits durch den Gutschein, den sie mir zum Abschied geschenkt haben. Und andererseits wurde ich durch sie überhaupt erst auf das Angebot von „Eat The World – Culture & Food Tour“ aufmerksam.

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