Das Kame kenne ich schon länger. Machiko, die Betreiberin, und Shota, ihren Mitarbeiter in der Filiale in der Leibnizstraße (siehe Foto oben), lernte ich während dem Japan Food Festival 2019 kennen. Im Juli 2020 habe ich mich mit Machiko zum Interview getroffen. Mitten in der Corona-Krise und nach dem mehrwöchigen Lockdown.

Um gleich beim Thema zu bleiben und zu zeigen, welche Ideen es gegen die Krise gibt. Das Kame hat die Corona Hilfsaktion von Startnext genutzt und eine sogenanntes „Flexibles Projekt“ gestartet. Je nachdem, wann du das liest, hast du noch die Möglichkeit Kame darüber zu unterstützen oder kannst unter diesem Link zumindest nachlesen, wie die Kampagne lief.

Wie Kame entstand

Oft verlaufen die Dinge nicht so geradlinig, wie man sich das vorstellt. Bei Kame war es genauso. Das Wort ist naheliegenderweise japanisch und bedeutet Schildkröte. Ein Symbol für Glück und ein langes Leben.

Am Anfang war die Idee japanische Backwaren zu erzeugen und in Berlin bekannt zu machen. Und das war oder ist meiner Meinung auch nötig, denn kaum jemand denkt bei Japan an eine Bäckerei. Machiko hat mir erzählt, dass Japan sich vor gut 50 Jahren für Backwaren geöffnet hat. Zuerst über Importe, aber mittlerweile gibt es zahlreiche Bäckereien, die selbst backen. Da Japan keinen Weizen produziert, wird dieser großteils aus Kanada oder den USA importiert.

Die ersten Schritte mit japanischen Backwaren in Berlin wurden am Wochenmarkt am Winterfeldtplatz und in der Markthalle 9 gemacht. Dort wurde Machiko und ihrem Team auch geraten, vegane Variationen mit anzubieten.

Sesshaft wurde Kame 2016 zuerst in der Leibnizstraße in Berlin-Charlottenburg. Die Kapazitäten dort hätten ausgereicht, um andere Läden mit den japanischen Backwaren zu beliefern. Die Suche nach geeigneten Partnern stellte sich allerdings als schwierig heraus. Schließlich entschied man sich einen zweiten Laden zu eröffnen. Dieser befindet sich in der Linienstraße in Berlin-Mitte.

Die kulinarische Seite des Kame

Du darfst dir das Kame nicht wie eine klassische, deutsche Bäckerei vorstellen. Obwohl es gewisse Parallelen gibt. Es ist aber mehr ein Café und Bistro in dem du auch sehr viele verschiedene Speisen bekommst.

Süßes

Kame Cookie Set
Fangen wir aber mit den Lebensmitteln an, die man auch in einer deutschen Bäckerei erwarten würde, nämlich den Mehlspeisen. Wenn du vorm Tresen stehst, befinden sich die Süßspeisen auf der linken Seite. Da findest du eine gute Auswahl an unterschiedlichen Keksen bzw. Cookies (Sesam, Matcha, Erdnuss-Reis, Mascobado-Reis und Houjicha-Reis – alle mit Reis sind vegan und glutenfrei). Was natürlich sehr zu Japan passt, sind die Matchakekse – leicht zu erkennen an der grünen Färbung. Wenn du einmal alle Sorten durchprobieren möchtest, empfehle ich dir das Cookie Set (siehe Foto). Das kannst du auch super nachhause mitnehmen.

In einem gläsernen Kühlschrank daneben, werden die Torten aufbewahrt. Zu den Standardsorten gehören drei Arten von Cheese Cake. Eine Matcha-Variante gibt es natürlich auch.

Herzhaftes

Kame Burger Gemüse Curry vegan
Nun aber zur herzhaften Seite vom Kame. Für den kleinen Hunger als Snacks gibt es frittierte und gebackene Hühnerteilc, Edamame und Sushi Rollen. Als Vorspeisen oder kleine Gerichte gibt es desweiteren Misosuppe – normal oder mit Huhn oder Rind, Salate von vegan mit Tempeh bis Lachs. Und es Lachs Sashimi in drei Varianten.

Jetzt kommt wieder das eigene Brot ins Spiel. Denn eine ganze Seite der Speisekarte ist den gefüllten Broten gewidmet. Auf der herzhaften Seite kann man beispielsweise Huhn, Lachs oder Tempeh und Avocado als Füllung wählen. Bei den süßen Varianten findest du so Dinge wie Vanille und Matcha.

Mittagsmenü

Zwischen 12 und 15 Uhr gibt es Onigirazu und Reis Bowl im Set für je € 10 und zu beidem gibt’s eine Misosuppe. Die Reis Bowl wird mit Gurke nach japanischer Art, einer Hauptzutat nach Wahl (Lachs+Avocado, Rind, Tempe+Avocado…) und gegen Aufpreis weiteren Toppings serviert.

Kame Onigirazu mit Tempeh
Das Onigirazu Set besteht ebenfalls aus Gurke japanische Art, einem Onigirazu mit Hauptzutat nach Wahl und weiteren Toppings gegen Aufpreis. Falls du dich fragst, was das Fläschchen mit der roten Kappe auf dem Bild mit dem Onigirazu ist. Das ist ein Sojasoßenspray. Sehr praktisch.

Außerhalb der Mittagszeit kannst du die Rice Bowl auch alleine für € 6,50 und das Onigirazu für € 7 bestellen.

Getränke

Kame Matcha Latte
Wie es sich für ein Café gehört, gibt es natürlich Kaffee in allen Varianten auch mit Soja- oder Hafermilch. Und bei Japan darf selbstverständlich guter Tee nicht fehlen. Der Grünteeklassiker Sencha steht da beispielsweise auf der Karte, aber auch Ingwertee mit Honig. Klarerweise findest du auch Matcha auf der Getränkekarte und zwar als Japanisch Grüns Matcha, Matcha Latte und Matcha Choco. Was gerade im Sommer sehr schön ist, Matcha aber auch Kaffee gibt es auf Eis (siehe Foto).

Bei den Erfrischungsgetränken gibt es neben Wasser von Viva con Agua, Limonaden aus dem Hause Fritz. Matcha ist hier ebenfalls vertreten nämlich durch Sparkling Matcha Grapefruit von Seicha.

Aber Kame hat auch alkoholische Getränke zu bieten. Es gibt Bier von Berliner Pilsner. Was aber wesentlich interessanter ist, sind die alkoholischen Getränke aus unterschiedlichen japanischen Regionen. Von der Insel Hokkaido kommt Tantakatan, von Fukuoka Benitome aus Sesam usw. Diese werden in Japan üblicherweise zum Essen getrunken. Im Kame gibt es sie pur und je nach Sorte auch on the rocks, mit Kaffee, mit Pflaume, mit Grüntee etc.

Das Ambiente im Kame

Herzstück des Cafés in der Leibnizstraße ist der lange Tresen. Hier in der Vitrine findest du verschiedene Speisen, die fertig zum Verzehr sind. Dahinter auf einer großen Wandtafel findest du fast alles, was auf der Karte ist.

Kame Onigirazu Speisekarte
Ich dachte, die Zeichnungen stammen bestimmt von Machiko. Sie hat mir nämlich gesagt, dass sie Kunstgeschichte studiert hat. Tatsächlich hat sie aber Shota gezeichnet, den ihr schon ganz oben auf dem Foto gesehen habt. Diese Zeichnungen finden sich übrigens auch auf laminierten Sonderkarten für das Onigirazu und die Bento Box (siehe Bild).

Kame japanischer Tisch
Die Möbel sind – wie das in Berlin sehr oft zu sehen ist – irgendwie zusammen gewürfelt. Eine Besonderheit ist auf jeden Fall der japanische Tisch, der sich links hinter dem Tresen auf einem Podest befindet. Wer mag, kann hier wie in Japan auf dem Boden sitzen. Die Schuhe müssen natürlich ausgezogen werden.

Wer draußen sitzen möchte, findet vor dem Restaurant ein paar Biertisch Garnituren.

Achja, das Geschirr kommt von einer Manufaktur aus Polen, hat Machiko erzählt. Das blau ist in Japan sehr beliebt. Japanische Keramik in guter Qualität die auch erschwinglich ist, konnten sie nicht finden.

Fazit

Wenn du Japan liebst, ist das Kame sowieso ein Muss. Und wenn du gerne neue Dinge probierst, die man sonst nirgends bekommt, kann ich dir das Kame auch sehr empfehlen. Vieles was hier angeboten wird, habe ich in Berlin sonst noch nirgendwo gesehen.

Der Service ist super schnell und das Essen musst du probiert haben. Dann guten Appetit. Und richte Machiko und Shota bitte schöne Grüße von mir aus, wenn du im Kame vorbeischaust!

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5 PRAKTISCHE TIPPS WIE DU KINDERLEICHT ÜBERALL VEGAN ESSEN GEHEN KANNST

Infos – Kame – japanisches Café & Bäckerei

Webseite: www.kame.berlin

E-mail: info@kame.berlin

Telefon: 030 85743549

Berlin-Charlottenburg

Adresse: Leibnizstr. 45, 10629 Berlin

Öffnungszeiten: Mo – Mi, 11:00 – 19:00h // Do – So, 11:00 – 22:00h (Stand: Juli 2020)

Berlin-Mitte

Adresse: Linienstraße 113, 10115 Berlin

Öffnungszeiten: Mo – Sa, 11:00 – 19:00h (Stand: Juli 2020)

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